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Mittwoch, 05. Dezember 2018 20:00

LAUSCH LOUNGE

Moderiert von Michy Reincke

Die Lausch Lounge existiert seit dem Jahr 2004 und wird vom Hamburger Musiker Michy Reincke, zusammen mit seinen beiden Mitstreitern Yvonne Paulien und Hasko Witte in unregelmäßigen Abständen immer wieder veranstaltet. Inzwischen ist es eine Heimat für die Norddeutsche Musikszene geworden und für ein Publikum, dass neugierig auf neue Musik ist, Spaß an guten Texten hat und wahrscheinlich vom Programm des täglichen Radio-Mix leicht angeödet ist. Michy Reincke und seine Mitveranstalter tauchen bei den Vorbereitungen jedes Mal tief in die Musikszene ein, hören sich Aufnahmen an, diskutieren Texte oder besuchen Konzerte. Am Ende stehen dann vier Künstlerinnen und Künstler fest, die bei einer Lausch Lounge zusammen auftreten. Dies passiert meist unplugged oder sogar ganz direkt, z.B. nur mit Gitarre und Gesang. Wichtig ist vor allem, dass es sich um eigene Lieder mit guten Texten handelt und dass die Musiker aus Norddeutschland kommen. Dabei kann es viel zu entdecken geben. So ist es immer wieder vorgekommen, dass das Publikum Zeuge von phantastischen Auftritten eines bis dato unbekannten Künstlers wurde. Mit den Jahren ist so eine illustre Liste an inzwischen großen Namen entstanden: Anna Depenbusch, die Gruppe BOY, Gisbert zu Knyphausen, Johannes Oerding, Vivie Ann oder Ingo Pohlmann.

Bei der dritten Lausch Lounge in der EMPORE präsentiert Michy Reincke folgende Künstler:

 

Miu

Sie besitze „den Soul von Donny Hathaway, den Charme einer Audrey Hepburn aber auch das Abgründige von Amy Winehouse und die Stärke einer Adele“, lobte das Hamburger Abendblatt die junge Sängerin aus Hamburg, die sowohl mit 10-köpfiger, krachender Band, als auch ganz intim alleine oder zu zweit auftreten kann. Zwei Alben hat sie bisher in Eigenregie veröffentlicht, denn MIU ist nicht nur eine phantastische Sängerin, sondern auch ein Organisationstalent. Davon profitieren inzwischen viele andere Musiker, denn MIU gibt neben ihren vielen Konzerten auch Kurse in Musikmanagement an einer Akademie.

 

Nils Christian Wedtke

Nils Christian Wedtke ist im wahrsten Sinne des Wortes ein Liedermacher. Seine Texte sind tiefgründig, klug und viele Formulierungen bleiben sofort hängen. Er bringt es fertig, sein Innerstes nach außen zu kehren, ohne dabei kitschig zu wirken. Sein Schlagzeuger hat ihn einmal mit Hannes Wader verglichen. Das klingt im ersten Augenblick sehr hochgestochen, doch nach ein paar Liedern wird dem Zuhörer schnell klar, dass dieser Vergleich gar nicht so weit hergeholt ist. Seine Lieder sind zwar nicht politisch, aber dass Nils studierter Psychologe ist, kann er in seinen Liedern nicht verleugnen.

 

Kiddo Kat

Im Jahr 2016 nahm Kiddo Kat, zusammen mit einer befreundeten Musikerin, nach einer Veranstaltung in Frankfurt die S-Bahn nach Hause. Weil die Stimmung so gut war und die Gitarre und die Cajon zur Hand, sangen sie für die Mitreisenden einen Song von Prince. Ein Freund filmte den Auftritt mit seinem Handy mit und stellte den Song später ins Netz. Am nächsten Morgen mußte Kiddo Kat realisieren, dass dieses Lied schon mehrere tausend male angeschaut wurde. Einen Tag später knackte der Film die Millionengrenze, inzwischen haben fast 100 Millionen Menschen diesem Film gesehen. Es folgten TV Auftritte, Zeitungsberichte und eine total verrückte Zeit. Hätte das alles stattgefunden, wenn Kiddo Kat eine durchschnittliche Sängerin gewesen wäre? Wahrscheinlich nicht. Zum Glück ist sie ein Stimmwunder, ein Sonnenschein und Entertainer-Naturtalent in einer Person.

 

Liza & Kay

Die meisten ihrer Songs klingen irgendwie so ähnlich wie ein Sonnenaufgang aussieht oder eine bunte Frühlingswiese duftet. Eine sehr luftige und deshalb trotzdem niemals leichtgewichtige Art von Folkpop in deutscher Sprache, also genau passend für die Lausch Lounge. „Wir hängen gern unseren Gedanken nach und formen diese in Texte und Musik um, in etwas Neues, Schönes, das eben nicht mehr so weh tut oder lähmt. Sondern Leichtigkeit und Mut verleiht.“ Die wunderbar unspektakulär produzierten Lieder von Reisen zum äußersten Tellerrand bis zur leicht countryesken Hymne an den Ohrwurm, beweisen Haltung, sie beziehen Stellung und sind eher für Zuhörer im Wortsinn und nicht für Gelegenheits-Konsumenten gemacht.

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